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Trend: Yoga! Gut für Körper, Geist und Seele. Persönliches und wissenschaftliche Studien

Yoga ist ursprünglich dazu gedacht, länger im Lotussitz meditieren zu können

Fly High Yoga

In meinem Leben komme ich gerade an Yoga kaum vorbei. Überall werden Kurse angeboten, Yogastudios eröffnen reihenweise. Im Radio und in anderen Medien gibt es unzählige Beiträge, Reportagen, Blogs und Infos. Yoga wird als weltweite Massenbewegung zelebriert.

 

Ich befinde mich gerade auf Bali. Als ich heute Morgen zum Yogakurs ging, hatte ich das große Glück, unverhofft eine Einzelstunde von einem balinesischen Yogalehrer zu bekommen. Freimütig erzählte er mir über die energetischen Wirkungen der Übungen. Auch detailliertes Wissen über die Heilwirkungen der einzelnen Asanas (Yoga-Haltungen) bei bestimmten Krankheiten gab er preis. 

 

Besonders interessant war, dass er beschrieb, dass der Alterungsprozess des Körpers beim Yoga dadurch verzögert wird, dass das Bindegewebe nicht verkürzt und somit eine lebenslange aufrechte Haltung möglich bleibt. Klingt logisch! Sein Großvater soll mit 112 Jahren etwas wackelig aber dennoch mit bester Körperhaltung das Zeitliche gesegnet haben.

 

Außerdem betonte er die spirituelle Seite von Yoga viel mehr, als ich es aus vielen Kursen in Europa kenne. Er bezeichnete die Yogapraxis insgesamt als Gebet. Das war mir bereits bekannt, denn ursprünglich waren die Körperübungen dazu gedacht, den Praktizierenden in die Lage zu versetzen, über einen längeren Zeitraum im Lotussitz zu meditieren. Yoga zielt darauf, die Energie der Chakren und der Energiebahnen im Körper zu harmonisieren, den Geist zu schulen und den Körper zu stärken, um den Praktizierenden in Einklang mit dem Kosmos zu bringen. Eine großartige Technik, um zu sich selbst zu finden und Transformationsprozesse sanft zu unterstützen.

 

Als ich inspiriert vom Kurs nach wissenschaftlichen Studien zu suchen begann, um diesen Artikel zu schreiben, gingen mir fast die Augen über. Ich fand eine Fülle an Studien. Die interessantesten Ergebnisse fasse ich nachfolgend für Sie zusammen.

Psychische Wirkungen von Yoga

Yoga Pose, Yoga Asana

Es gibt einige Studien, die die Wirkung auf die Psyche untersuchen. Das deutsche Ärzteblatt veröffentlichte 2016 eine Metastudie dazu. Untersucht wurden körperorientiertes Yoga und dessen Wirkung auf Probanden mit psychischen Störungen mit mindestens milder Symptomausprägung. Demnach konnten positive Auswirkungen auf das Hormonsystem und insbesondere auf den Cortisolspiegel, sowie ein Rückgang proinflammatorischer Zytokyne festgestellt werden. Der Cortisolspiegel erhöht sich bei Stress, die Zytokine sind an Entzündungsreaktionen beteiligt.

 

Andere Studien gehen sogar noch weiter, denn Yoga kann bis in die Zellebene und das Erbgut hineinwirken. Gene, die sich bei Stress aktivieren, können durch regelmäßiges Yoga vermehrt deaktiviert werden. Stressbedingte Krankheiten haben dadurch keine Chance, selbst wenn es kurzfristig mal stressig sein sollte. Leichte Formen der Depression können gemildert werden, bei stärkerer Ausprägung gibt es darüber hinaus sehr gute Ergebnisse in Kombination mit schulmedizinischer Betreuung. Yoga wirkt stimmungsaufhellend und verringert Angst und Stress.

 

Ein weiteres Plus ist das weltweit große Angebot und die vergleichsweise geringen Kosten. Nach einer Weile können die Übungen oft problemlos in Eigenregie zu Hause durchgeführt werden.

 

Das Wohlbefinden steigert sich und die Praktizierenden lernen außerdem, mehr auf sich zu achten. Durch das verbesserte Körperempfinden erweitert sich das Bewusstsein für den eigenen Körper, und dadurch natürlich auch für psychische und emotionale Belange. 

  

Yoga bei Nacken- und Rückenbeschwerden

Yoga Rad, Yoga volles Rad, Yoga Chakra Pose

Recht gut erforscht ist die positive Wirkung bei Rücken- und Nackenbeschwerden. Yoga und Verhaltenstherapie sind demnach oft besser als eine Schmerztherapie. Bei manchen Beschwerden müssen die Übungen den Bedürfnissen allerdings angepasst werden.

 

Wichtig ist auch, dass man einen gut ausgebildeten Lehrer hat, damit das Verletzungsrisiko durch eine fehlerhafte Ausführung der Übungen sinkt.

 

In einer weiteren Studie wurde die Wirksamkeit von Yoga mit der von Physiotherapie gleichgestellt. Weiterhin wurde festgestellt, dass sich chronische Rückenschmerzen bereits nach einem halben Jahr regelmäßiger Yoga-Praxis signifikant besserten. Die Teilnehmer der Studie wurden außerdem beweglicher. 

 

Da viele Menschen lange in ungünstiger Körperhaltung am Rechner sitzen, ist Yoga als Ausgleich und Prävention empfehlenswert. Verspannungen können gemildert werden. Auch Fehlstellungen oder eine schlechte Körperhaltung profitieren von den Übungen.

 

Die Wirkung von Yoga auf Diabetes und Übergewicht

Bei Diabetes Typ 2 und Übergewicht hat Yoga signifikant gute Verbesserungen gezeigt. Der Cortisolspiegel sank bei den Teilnehmern der Studien, ebenso der Cholesterinwert. Der Blutzuckerspiegel blieb außerdem bei vielen Teilnehmern stabiler als gewöhnlich, was wiederum dazu führte, dass die Dosis der Medikamente gesenkt werden konnte. Bereits nach kurzer Zeit stellte sich eine Gewichtsreduzierung ein.

 

Auch das Bauchfett und der Bauchumfang nahmen ab. Eine ungünstige Verteilung von Fett kann Herzprobleme verursachen, deshalb ist dies eine gute Nachricht. Im Gegensatz zu reinen Dehnübungen wird bei der Asana-Praxis die Tiefenmuskulatur ebenfalls angesprochen. Die Probanden konnten Muskeln aufbauen, was wiederum zu einer erhöhten Fettverbrennung führt. 

 

Die Wahrnehmung erweitert sich für das eigene Körperempfinden. Dadurch kann bewussteres Essen gefördert werden. Menschen mit Übergewicht entwickeln oft ein Verlangen danach, sich besser zu ernähren. Das Sättigungsgefühl kann besser wahrgenommen werden. Yoga hilft nachweislich sowohl bei der gezielten Gewichtszunahme, als auch bei der Gewichtsabnahme. 

 

Risiken: Das sollten Sie beachten, wenn Sie mit Yoga beginnen

Yoga Krähe, Yoga Crow

Es gibt sehr viel Positives über Yoga zu berichten, selbstverständlich gibt es auch Risiken. Yoga kann bei fehlerhafter Ausführung zu Problemen führen. Insbesondere die Wirbelsäule wird dann übermäßig belastet, Verletzungen der Sehnen sind durch zu starke Dehnung ebenfalls möglich. Deshalb ist es wichtig, einen achtsamen Lehrer zu haben, der Fehlstellungen während der Asana-Praxis korrigiert. Wenn Sie nicht gesund sind, sollten Sie grundsätzlich zusätzlich Ihren Arzt, Heilpraktiker oder Therapeuten befragen.

 

In der Schwangerschaft ist Yoga möglich. Einige Asanas sind kontraindiziert. Es gibt allerdings Yogakurse, die speziell auf die Bedürfnisse von werdenden Müttern zugeschnitten sind. Aus eigener Beobachtung weiß ich, dass es sehr auf den individuellen Verlauf der Schwangerschaft und die Grundkonstitution der Mutter ankommt. Manch Schwangere fühlt sich körperlich nicht fit, andere machen bis kurz vor der Geburt Sport. 

 

Bei Rückenproblemen müssen die Übungen evtl. angepasst werden. Wer einen frisch operierten Bandscheibenvorfall hat, sollte auf Yoga zunächst verzichten. Bei starken körperlichen oder psychischen Einschränkungen sollte die Teilnahme an einem Yogakurs generell vorher therapeutisch oder ärztlich abgeklärt werden. 

 

Fazit: Yoga ist empfehlenswert!

Dass regelmäßiger Sport zur Gesundheit beiträgt, ist keine Neuigkeit. Yoga hilft noch ein bisschen besser, deshalb lohnt es sich, es zumindest einmal auszuprobieren. Egal, ob Sie gesund sind oder nicht. Es gibt viele verschiedene Yoga-Richtungen, es gilt, die passende gemäß den eigenen Vorlieben auszuwählen. Und natürlich einen guten Lehrer. Damit steht und fällt alles.

 

Denn eine wichtige Sache hat keine der Studien berücksichtigt: Freude heilt! In diesem Sinne wünsche ich Ihnen die größtmögliche Freude!

 

Herzliche Grüße,

Ihre Djamila Metiche

 

 

Links zu Studien und Artikel über Yoga (Quellen)